Unterlagen zur Medienorientierung 5.12.02

MEDIENROHSTOFF
Zahlen und Infos zur Alkoholproblematik in der Schweiz
Monitoring von Veranstaltungen im Kanton Bern
Grafik 1: Lieblingsgetränke der 14- bis 20-Jährigen
Grafik 2: alkoholbedingte Veränderungen
Grafik 3: Altersstruktur der Event-BesucherInnen
Grafik 4: Alkoholkonsum nach Art der Events
Grafik 5: Einhaltung "Sirupartikel"
Übersicht rechtliche Situation
Kurzportrait Blaues Kreuz Kanton Bern (Fachstelle für Suchtprävention)

Medienrohstoff zur MO vom 5.12.02

 

Dem Trinkverhalten Jugendlicher auf der Spur

Im Rahmen des Projektes TALK ABOUT events haben Mitarbeitende der Fachstelle für Suchtprävention des Blauen Kreuzes verschiedenste Veranstaltungen im ganzen Kanton Bern besucht, um das Trinkverhalten von Jugendlichen zu beobachten.

An 23 Events mit geschätzten 80'000 BesucherInnen, darunter rund 21'000 Jugendliche, wurde von Mai bis September ein umfangreiches Monitoring durchgeführt. Nach Vorliegen der detaillierten Ergebnisse, die zeigen, dass Jugendliche Alcopops und Bier bevorzugen, sind nun die Veranstalter gefordert.

Verschiedentlich drangen in letzter Zeit einzelne Meldungen über Trinkexzesse von Jugendlichen an die Öffentlichkeit. Zudem wurde bekannt, dass die Verkaufszahlen von Alcopops regelrecht explodiert sind. Wer genau die riesigen Mengen Alcopops konsumiert und was an Wochenendveranstaltungen wirklich abgeht, konnte aber bisher nur vermutet werden.

Nun liegen dank dem Projekt TALK ABOUT events zum ersten Mal nähere Angaben über das Trinkverhalten von Jugendlichen an Events vor.

An 23 zufällig ausgewählten Veranstaltungen mit insgesamt rund 21'000 jugendlichen BesucherInnen zwischen 14 und 20 Jahren versuchten geschulte BeobachterInnen anhand eines Beobachtungsrasters verschiedene Fragen zu beantworten: Wie setzt sich das Publikum zusammen? Welche Rahmenbedingungen gelten? Welchen Alkohol, wieviel, wie und mit welchen Auswirkungen konsumieren Jugendliche?
Nebst der Tatsache, dass 17-Jährige häufig nur schwer von 22-Jährigen zu unterscheiden sind, hatten sich die Beobachtenden mit der Schwierigkeit auseinanderzusetzen, dass vermeintlich alkoholbedingte Veränderungen auch durch Müdigkeit oder andere Einflüsse hervorgerufen werden können.

Obwohl alle Beobachtungen und Wahrnehmungen unweigerlich subjektiv gefärbt sind, lässt die Gesamtbetrachtung der Ergebnisse interessante Schlüsse zu.

Bier und Alcopops bevorzugt

Im Durchschnitt gehört rund ein Viertel aller BesucherInnen von Events zur Zielgruppe der 14- bis 20-Jährigen. Gegen Ende der meisten Veranstaltungen nimmt der Anteil der Zielgruppe am Gesamtpublikum merklich ab.
Durchschnittlich 56 % der Event-BesucherInnen aus der Zielgruppe sind männlich, 44 % weiblich. Je länger die Veranstaltungen dauern, desto mehr vergrössert sich dieses Ungleichgewicht.
Wenn 14 – 20-Jährige im Ausgang Alkohol konsumieren, sind dies vorwiegend Bier und Alcopops. Alkoholische Getränke werden innerhalb der Zielgruppe oft in kleinen Gruppen gemeinsam gekauft und auch gemeinsam konsumiert.
Das Verkaufsverbot von Alcopops an Jugendliche wird mangelhaft eingehalten. Ebenso die Vorschrift des bernischen Gastgewerbegesetzes, wonach mindestens drei nichtalkoholische Getränke billiger verkauft werden müssen, als das billigste alkoholhaltige in gleicher Menge („Sirupartikel“).
Die am häufigsten zu beobachtenden Auswirkungen des Alkoholmissbrauchs bei Jugendlichen sind Unsicherheiten beim Gehen, unklare oder aggressive verbale Ausdrucksformen, das Betatschen von Personen beider Geschlechter, übertriebenes Gestikulieren, auf Bänke und Tische steigen, Apathie sowie das Urinieren an nicht dafür vorgesehenen Orten.
Erfreulicherweise konnten die Beobachtenden feststellen, dass bei zahlreichen Veranstaltern bereits ein Problembewusstsein vorhanden ist und mit verschiedenen Massnahmen versucht wird, den Alkoholmissbrauch, insbesondere bei jungen Leuten, nicht überborden zu lassen.

Unterschiede je nach Art der Veranstaltung

Werden die Monitoringresultate der Veranstaltungen nach Grössenkriterien verglichen, sind kaum Unterschiede festzustellen. Einzig die Beobachtung, dass bei kleineren Events verhältnismässig mehr Jugendliche anwesend sind als bei Grossanlässen ist bemerkenswert.

Vergleicht man jedoch die Veranstaltungen nach Art des Angebots, ist feststellbar, dass Jugendliche, vor allem junge Männer, ganz klar Veranstaltungen vorziehen, bei denen der Alkohol eher im Mittelpunkt steht. Konsumiert wird an solchen Events signifikant mehr als an anderen Veranstaltungen, wobei Alcopops eindeutig bevorzugt werden. Dieser höhere Konsum führt auch zu mehr alkoholbedingten Veränderungen.
Mit dem „Sirupartikel“ wird an Events, bei denen der Alkohol eine zentrale Bedeutung hat, auffallend ungenauer umgegangen als bei den anderen Veranstaltungen.

Umfangreicher Ideenkatalog

Um den aufgedeckten Mängeln zu begegnen, arbeitet die Fachstelle für Suchtprävention des Blauen Kreuzes nach der Monitoringphase nun an konkreten Verbesserungsmöglichkeiten. Zusammen mit interessierten Veranstaltern von Anlässen verschiedenster Art und Grösse werden anhand eines umfangreichen Ideenkataloges massgeschneiderte Präventionskonzepte entwickelt. Alternative nichtalkoholische Getränke, die Konsumbeeinflussung via Getränkepreise, Postkarten mit Slogans von Promis und weitere Sensibilisierungsaktionen spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die Information und Schulung des Personals beispielsweise in bezug auf die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen.

Grosses Interesse an Zusammenarbeit

Der erste Praxistest mit einem gemeinsam erarbeiteten Präventionskonzept für die Langenthaler Tropical-Night vom letzten Wochenende verlief sehr erfolgreich. Bereits haben sich neun weitere Veranstalter für eine Zusammenarbeit mit TALK ABOUT events entschieden. Es sind dies die Vereine Bärner Fasnacht, Thunfest und Moon-Light sowie Atlantis Management, G.U.S. Productions, Mystery Partys, Pulls Production, der FC Kirchberg und die Gemeinde Münchenbuchsee.

Das Projekt TALK ABOUT events

Mit dem Projekt TALK ABOUT events verfolgt die Fachstelle für Suchtprävention des Blauen Kreuzes das Ziel, den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen an Veranstaltungen einzuschränken.

Finanziert und unterstützt wird das vier Jahre dauernde Projekt mit einem Gesamtbudget von rund 360'000 Franken von der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern und vom Blauen Kreuz des Kantons Bern.

Das Unterstützungskomitee setzt sich zusammen aus Roland Wüthrich (Veranstalter Bierhübeli, Pulls Produktions AG), Mascha Santschi (Studentin, Moderatorin, Model) und Allan Guggenbühl (Jugendpsychologe).

Kontakt

Weitere Informationen zu TALK ABOUT events sind erhältlich auf der Fachstelle für Suchtprävention des Blauen Kreuzes, Freiburgstr. 119, 3008 Bern.
Telefon 031 398 14 50, Fax 031 398 14 51, E-Mail info@talkabout.org oder Internet www.talkabout.org.

Zahlen und Infos zur Alkoholproblematik in der Schweiz

300'000 Alkoholabhängige

900'000 RisikotrinkerInnen

12'000 Kids trinken täglich Alk

3 Milliarden SFr. Schaden jährlich

Verkauf von Alcopops:
2000                                                           2 Mio.
2001                                                         28 Mio.

2002                                                         40 Mio. (Schätzung EAV)

Quellen:
Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA)
Bundesamt für Gesundheit (BAG)
Eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV)

sda / 4. Juli 2002 11:09

Insgesamt weniger aber härtere Sachen getrunken

BERN - Die Schweizerinnen und Schweizer haben im vergangenen Jahr weniger Alkohol getrunken als im Vorjahr. Die Drinks wurden aber härter. Der Konsum sank um einen Deziliter auf 9,1 Liter reinen Alkohol. Der Konsum süsser Mixgetränke explodierte geradezu.

Wurden 2000 noch 1,7 Millionen Flaschen der "Alcopops" oder"Premix" genannten Produkte verkauft, waren es 2001 bereits 28 Millionen Flaschen zu 275 Milliliter und 5,6 Volumenprozent. Nach Angaben der EAV erreichten diese Getränke damit einen Anteil von 4 Prozent am Gesamtspirituosenkonsum.

Ob diese Zahlen aufgrund eines Mehrkonsums durch Jugendliche oder durch eine Verschiebung von einem anderen Produkt zustande kamen, kann die EAV nicht beantworten.

Schnaps tranken die Schweizerinnen und Schweizer 3,9 Liter pro Kopf und damit gleich viel wie in den beiden Vorjahren. Zuvor war der Spirituosenkonsum kontinuierlich bis 1998 auf 3,5 Liter pro Kopf gesunken.

Der sprunghafte Anstieg ab 1999 ist auf die WTO-Verträge zurückzuführen, teilt die Eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV) mit. Die Verträge verpflichten die Schweiz, ausländische gebrannte Wasser gleich zu besteuern wie den heimischen Schnaps. Daraufhin verbilligten sich die Importe.

Bei den gegorenen Getränke - wie Bier - , die 83 Prozent des Alkoholkonsums ausmachen, stellte die EAV einen leichten Rückgang seit 2000 fest. Dies schlug sich bei der Umrechnung in 100 Prozent reinen Alkohol in einem Rückgang um einen Deziliter auf 9,1 Liter nieder.

20 minuten, publiziert am: 04. Juli 2002 23:42

Smirnoff & Co als Marktrenner

BERN – Smirnoff, Bacardi-Breezer oder Hooch: Der Konsum von Alcopops ist letztes Jahr in der Schweiz explosionsartig um das 16fache gestiegen.

Wurden im Jahr 2000 noch 1,7 Millionen der Mixgetränke mit 5,6 Volumenprozent Alkohol verkauft, so waren es letztes Jahr bereits 28 Millionen. «Diese Mischgetränke erreichten damit einen Anteil von vier Prozent am Spirituosen- und 0,6 Prozent am gesamten Alkoholkonsum», präzisierte Renate Heer, Sprecherin der Eidgenössischen Alkoholverwaltung.

«Die absoluten Renner unter den Alcopops sind Smirnoff und Bacardi-Breezer», bestätigt Astrid Degen von der Haecky Drink AG.

Besorgt über die Zunahme zeigt sich Matthias Meyer von der Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme: «Obwohl nicht klar ist, wer die Alcopops konsumiert, befürchten wir, dass es vor allem Jugendliche sind.»

Generell ist der Alkoholkonsum im vergangenen Jahr um 0,1 auf 9,1 Liter reinen Alkohol pro Kopf zurückgegangen. Mit 57,1 Liter (-0,7) erreichte der Bierkonsum sogar einen neuen Tiefststand. Der Weinkonsum sank auf 45,5 (-0,4) Liter und der des Obstweines auf 2,5 Liter (-0,1). Nur die Spirituosen blieben mit 3,9 Liter konstant. (csr)


Monitoring von Veranstaltungen im Kanton Bern
Allgemeine Infos zum Monitoring

Beobachtungs-Zielgruppe: 14- bis 20-jährige Event-BesucherInnen
Dauer des Monitorings: Mai bis und mit September 2002
Beobachtungs-Zeit: meistens zwischen 22.30 und 02.30
BeobachterInnen: meistens zwei geschulte jüngere Leute,
teilweise auch mehr.
Schwerpunkte der Beobachtung: Rahmenbedingungen der Veranstaltungen
Art des Publikums (Alter, Geschlecht)
Alkoholkonsum (wie? was?)
Einhaltung von bestehenden Vorschriften
Auswirkungen des Alkoholkonsums

Angaben zu den besuchten Veranstaltungen
Anzahl Veranstaltungen: 23
Auswahl der Veranstaltungen: zufällig
Total BesucherInnen: schätzungsweise 80’000
Anteil BesucherInnen aus der Zielgruppe: schätzungsweise 21’000

Wichtige Hinweise:
Die Ergebnisse des Monitorings sind subjektive Beobachtungen und Wahrnehmungen, deren Gesamtbetrachtung einen Eindruck über Alkoholkonsum und -missbrauch von jungen Leuten an Veranstaltungen im Kanton Bern vermittelt.
Bei allen Beobachtungen, Auswertungen und allfälligen Interpretationen muss man sich bewusst sein,
- dass 17-Jährige in vielen Fällen kaum von 22-Jährigen zu unterscheiden sind
- dass vermeintlich alkoholbedingte Veränderungen auch durch Müdigkeit oder andere Einflüsse
   hervorgerufen werden können.

Gesamt-Auswertung
Bei zahlreichen VeranstalterInnen ist bereits ein Problembewusstsein vorhanden und sie bemühen sich mit verschiedenen Massnahmen, den Alkoholmissbrauch, insbesondere bei jungen Leuten, nicht überborden zu lassen.
Rund ein Viertel aller BesucherInnen der beobachteten Events gehört zur Zielgruppe der 14- bis 20-Jährigen. Gegen Ende der Veranstaltungen nimmt der Anteil der Zielgruppe meistens leicht ab.
Durchschnittlich 56 % der Event-BesucherInnen aus der Zielgruppe sind männlich, 44 % weiblich. Mit zunehmender Dauer der Veranstaltungen vergrössert sich das Ungleichgewicht fast überall.
14 – 20-Jährige konsumieren vorwiegend Bier und Alcopops. Grafik1
Das Verkaufsverbot von Alcopops an Jugendliche wird mangelhaft eingehalten.
Alkoholische Getränke werden innerhalb der Zielgruppe oft in kleinen Gruppen gemeinsam gekauft und auch gemeinsam konsumiert.
Die am häufigsten beobachteten Auswirkungen des Alkoholmissbrauchs sind
Straucheln / unsicherer Gang / fallen
Lallen / Sprüche / verbale Aggressivität
Betatschen von Personen beider Geschlechter
übertriebenes Gestikulieren / auf Bänke und Tische steigen
Apathie sowie Urinieren an nicht vorgesehenen Orten. Grafik 2
Der „Sirupartikel“ (mindestens 3 nichtalkoholische Getränke billiger als das billigste alkoholhaltige in gleicher Menge) wird bei knapp der Hälfe der Events eingehalten.

Auswertung nach Event-Grösse
Eher klein (bis ca. 1000 BesucherInnen):   7 Veranstaltungen
Mittel (ca.1000 - 4000 BesucherInnen): 11 Veranstaltungen
Gross-Events (über 4000 BesucherInnen):   5 Veranstaltungen
Bei kleineren Events ist der Anteil der Zielgruppe grösser (29.5%) als bei mittelgrossen (26.2%) und grossen Veranstaltungen (23.0%). Grafik 3
Das Geschlechterverhältnis und die bevorzugten „Lieblingsgetränke“ sind von der Grösse des Events kaum abhängig (an Gross-Events sind eher mehr Frauen), ebenso die Tatsache, dass häufig in kleinen Gruppen konsumiert wird.
Je grösser ein Event ist, desto schwieriger ist die Einhaltung des „Sirupartikels“ (viele verschiedene Bars) und desto mehr alkoholbedingte Veränderungen können beobachtet werden (absolut mehr Anwesende, grössere Anonymität).

Auswertung nach „Event-Typ
„Alkohol eher im Zentrum“:   8 Veranstaltungen
„Alkohol eher nicht im Zentrum“: 15 Veranstaltungen
Die Zielgruppe bevorzugt ganz klar Veranstaltungen bei denen der Alkohol eher im Mittelpunkt steht (Anteil rund 35% = ca. 4'400 junge Leute). Bei den anderen Veranstaltungen beträgt der Zielgruppen-Anteil durchschnittlich 22%. Grafik 3
Der männliche Anteil bei der Zielgruppe ist an Veranstaltungen wo Alkohol eher eine zentrale Rolle spielt höher, als bei Events, wo Alkoholkonsum weniger wichtig ist.
Konsumiert wird bei Events mit „Alkohol eher im Zentrum“ grundsätzlich mehr als an anderen Veranstaltungen. Alcopops werden eindeutig bevorzugt. Grafik 4
Der höhere Konsum führt zu mehr alkoholbedingten Veränderungen.
Mit dem „Sirupartikel“ wird bei „Alk eher im Zentrum“-Events auffallend ungenauer umgegangen, als bei den anderen Veranstaltungen. Grafik5

 

Grafik 1


Grafik 2
Grafik 3

Grafik 4

Grafik 5

Alkoholabgabe an Jugendliche: Rechtliche Situation

Die Problematik der legalen Droge Alkohol, insbesondere die Gefährdung der Jugend wurde von gesetzgeberischer Seite klar erkannt.

Auf gesamtschweizerischer und auf kantonaler Ebene bestehen klare und unmissverständliche Vorschriften, welche die Abgabe und den Verkauf von alkoholhaltigen Getränken an Jugendliche unter 16 Jahren verbieten.

Bundesgesetz über die gebrannten Wasser (AlkG)

Art. 41 Abs. 1i):    Verboten ist der Kleinhandel mit gebranntem Wasser durch
                             Abgabe an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Art. 57 Abs. 2b): Wer vorsätzlich oder fahrlässig im Kleinhandel die Handelsverbote
                        des Art. 41 missachtet, wird mit Busse bis zu Fr. 10’000.- bestraft.

Darunter fallen beispielsweise alle Premix-Getränke mit Wodka.

Kantonales Gastgewerbegesetz (GGG, Kanton Bern)

                          http://www.sta.be.ch/belex/d/9/935_11.html

Art. 29 Abs. 1a):  Verboten sind die Abgabe und der Verkauf alkoholischer Getränke
                           an Jugendliche unter 16 Jahren sowie an volksschulpflichtige
                           Schülerinnen und Schüler.

Art. 29 Abs. 1b):  Verboten sind die Abgabe und der Verkauf gebrannter alkoholischer
                           Getränke an Jugendliche unter 18 Jahren.

Art. 37 Abs 1:      Die Gemeinden überwachen die Einhaltung dieses Gesetzes.

Art. 49 Abs. 1b):  Mit Busse von Fr. 20.- bis Fr. 20’000.- wird bestraft, wer die
                            Aufgaben gemäss diesem Gesetz nicht erfüllt.

Art. 49 Abs. 2:     In schweren Fällen kann überdies auf Haft erkannt werden.

In gut 10 weiteren Kantonen gilt sinngemäss dieselbe Gesetzgebung.
In den restlichen Kantonen kommt das schweizerische Recht zur Anwendung, weil kantonale Bestimmungen für die Abgabe von vergorener Alkoholika an unter 16-Jährige fehlen.

Schweizerisches Strafgesetzbuch (StGB)

Art. 136:            Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder

                          Wer einem Kind unter 16 Jahren alkoholische Getränke oder andere
                          Stoffe in einer Menge, welche die Gesundheit gefährden kann, ...
                          verabreicht oder zum Konsum zur Verfügung stellt, wird mit
                          Gefängnis oder mit Busse bestraft.

Revidierte Lebensmittelverordnung (seit 1.5.2002 in Kraft)

Der Verkauf von Wein und Bier an Jugendliche unter 16 ist auf Bundesebene verboten. Heimtückische «Alcopops» – limonadeähnliche Getränke mit Wodka, Whisky oder anderen gebrannten Zusätzen – müssen eindeutig als Alkohol gekennzeichnet werden. http://www.admin.ch/ch/d/as/2002/573.pdf

Das Blaue Kreuz
(Fachstellen für Alkoholprobleme)


Das Blaue Kreuz ist ein international tätiges Hilfswerk. Es bietet alkoholkranken Menschen und ihren Angehörigen Beratung an und leistet Suchtprävention.
Als Teil des diakonischen Werkes der Kirchen ist es politisch und konfessionell unabhängig. Die Hilfe an Alkoholkranken orientiert sich an anerkannten fachlichen Konzepten und basiert auf christlichen Grundwerten und der Ausrichtung zur Abstinenz.
Im Kanton Bern unterhält das Blaue Kreuz Fachstellen für Alkoholprobleme in
Bern, Thun, Biel und Langenthal.

Die Geschäftsstelle befindet sich an der Freiburgstr. 115, 3008 Bern.
Tel. 031 398 10 70 / info@blaueskreuzbern.ch / www.blaueskreuzbern.ch


Das Blaue Kreuz Kinder- und Jugendwerk
(Fachstelle für Suchtprävention)

Das Blaue Kreuz Kinder- und Jugendwerk ist ein christlicher, überkonfessioneller Jugendverband mit Schwerpunkt Suchtprävention. Es bietet Kindern und Jugendlichen Freiräume, wo sie Lebensfreude, Kreativität und Eigeninitiative entwickeln und ausleben können.
Junge Menschen sollen in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit unterstützt und ihre Lebenskompetenz gefördert werden.

Die Angebote:
• Information, Dokumentation, Beratung und Arbeitsmaterialien zu Themen rund um Suchtprävention und    Gesundheitsförderung
• Workshops und Vorträge zu Sucht- und Drogenfragen
• Schulung und Unterstützung für Lehrkräfte, Erziehende, Jugendarbeitende usw.
• Ferienlager für Kinder und Jugendliche
• Mixkurse für alkoholfreie Drinks
• Alkoholfreie, mobile Blue Cocktail Bar (www.blue-cocktail-bar.ch)
• Suchtpräventions- und Gesundheitsförderungsprojekte

Die Fachstelle für Suchtprävention befindet sich an der Freiburgstr. 119 in 3008 Bern.
Tel. 031 398 14 50 / suchtpraevention@blaueskreuzbern.ch / www.talkabout.org