Berner Rundschau / Langenthaler Tagblatt / Grenchner Tagblatt / MLZ 28.3.03
STADT UND KA BERN

Es gibt Alternativen zum Alkohol

Talk about events Mit Postkarten und E-Mails den Alkoholmissbrauch bekämpfen. Zahlreiche Jugendliche trinken an Wochenendanlässen zu viel Bier und Alcopops. Das soll besser werden, setzt sich «Talk about» zum Ziel. Das Präventionsprojekt von Kanton und Blauem Kreuz zieht auch die Partyveranstalter in die Verantwortung mit ein.

Letztes Jahr hatte ein umfangreiches Monitoring - es wurden 23 Veranstaltungen besucht - gezeigt, dass Jugendliche an Wochenendveranstaltungen besonders gerne und in grossen Mengen Alkohol, vor allem Alcopops und Bier, konsumieren, schreibt die Fachstelle für Suchtprävention des Blauen Kreuzes. Es wurde auch festgestellt, dass vielerorts die Alterslimiten für den Verkauf von Bier (16 Jahre) und Alcopops (18 Jahre) nicht eingehalten werden. Mit dem von der Gesundheits- und Fürsorgedirektion und vom Blauen Kreuz mit einem Vierjahresbudget von insgesamt 360 000 Franken ausgestatteten Projekt Talk about events will nun die Fachstelle den Alkoholmissbrauch eindämmen. Zielgruppe sind die 14- bis 20-Jährigen.

«Wir haben einen umfangreichen Ideen- und Massnahmenkatalog erarbeitet. Dies ermöglicht uns, mit den einzelnen Partyorganisationen massgeschneiderte Präventionskonzepte zu entwickeln», erklärt CO-Projektleiter Ruedi Löffel. So wird auf Wunsch das Barpersonal geschult, wie es sich in speziellen Situationen verhalten soll. Das Partysortiment soll um moderne, alkoholfreie Getränke erweitert werden. Und die Getränkepreise sollen so gestaltet werden, dass eine Lenkungswirkung erreicht wird. Kernstück der Kampagne bilden Postkarten und eine so genannte Talk-Box. «Die vier Postkartensujets mit den frechen Sprüchen sollen dem Partypublikum Denkanstösse vermitteln», erklärt das Berner Modell Mascha Santschi, das einerseits dem Unterstützungskomitee angehört, andererseits selber Sujet auf einer Postkarte ist. «Alkohol macht mi nid a!», ist ihre klare und ehrliche Aussage. «Von Angetrunkenen angequatscht zu werden finde ich unangenehm.»

Mit Hilfe der an den Partys aufgestellten Talk-Box können Video-E-Mails mit persönlichen Kurzbotschaften und die vier Postkarten als E-Cards verschickt werden. Klar, dass jedes von der Talk-Box abgehende Mail mit einem Link (www.talk-box.ch) auf das Projekt versehen ist. Ein Alkoholtester berechnet in Sekundenschnelle nach Eingabe einiger Daten wie etwa der Menge getrunkener Biere und/oder Alcopops sowie dem Körpergewicht den aktuellen Blutalkoholgehalt. Nicht vergessen: Bald gilt in der Schweiz ein Grenzwert von 0,5 Promille. Ab diesem Limit gelten Mann und Frau auch nach Gesetz als nicht mehr fahrtüchtig. (uz)

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