Bieler Tagblatt vom 23.06.2003, Ressort Seeland
Lyss: Lyssbachmärit

Getrübte Freude trotz sommerlichem Festwetter

Zufriedene Gesichter prägten den 26. Lyss-bachmärit: Nur die Yschchrauer-Senioren waren ziemlich sauer. Am Samstag, in den frühen Morgenstunden, war in ihr Getränkedepot eingebrochen worden.

irl. Trotz Festwetter war die Freude am diesjährigen Lyss-bachmärit bei den Senioren der Yschchrauer sehr getrübt: Am frühen Samstagmorgen war in ihr Getränkedepot eingebrochen worden. Beim Einbruch seien Waren im Wert von über tausend Franken entwendet worden. Die Yschchrauer hatten am Freitagabend die Bar des HC Weiss Blau am Marktplatz betrieben. «Wir wollten helfen, den Schuldenberg des HC Weiss Blau abzubauen. Dafür hätten wir einen Teil der Einnahmen aus dem Barbetrieb verwendet. Daraus wird nun wohl leider nichts», sagte der enttäuschte Mitorganisator Urs Christen.

Fremde Gerüche und Menschengedränge
Ansonsten aber herrschten freudige Gesichter vor beim 26. Lysser Märit am Bach. «Eh hallo, scho lang nümme gseh» und: «Potz sy dini Chind gross worde» - dies waren am Wochenende wohl die meist gehörten Sätze, wenn sich am Lyssbachmärit alte Bekannte wieder einmal trafen. Laute Musik, fremdländische Kost und ihre Gerüche, Menschengedränge und bunte Ballone machten den Lyssbachmärit zu einem Fest der Begegnung. «Ich habe noch nie so viele Leute am Samstag über den Mittag gesehen wie in diesem Jahr», staunte OK-Mitglied René Müller. Um den hohen Temperaturen zu trotzen war über dem Dach des Festzeltes in der Herrengasse eine Wasserberieselungs-Anlage installiert, die trotz heissen Rhythmen und viel Bewegung auf der Tanzbühne für ein angenehmes Klima sorgte. Auch kühle Getränke flossen in Strömen - auch nicht alkoholische.

Saftmangel beim Blauen Kreuz
Vor und hinter der «Blue Cocktail Bar» des Blauen Kreuzes ging es während der beiden Festtage hektisch zu und her. «Von vier angebotenen Drinks können wir nur noch drei mixen, weil uns die Zutaten teilweise ausgegangen sind», sagte Renate Hegnauer, Jugendarbeiterin des Blauen Kreuzes, am Samstagabend um halb zehn. In aller Eile musste eine Mitarbeiterin der Bar nach Bern fahren und für Nachschub sorgen, um den unerwarteten Ansturm bewältigen zu können. «Wir hatten hatten uns auf unsere Erfahrungswerte berufen und lagen damit viel zu tief», stellte Hegnauer einerseits erfreut und andererseits leicht gestresst fest. Auch ihre Mithelferinnen vom Familientreff Lyss, die extra für diesen Anlass einen Drink-Mix-Kurs besucht hatten, freuten sich über den grossen Erfolg und hatten alle Hände voll zu tun.
Darüber, dass sie nicht allzu viel zu tun hatten, freuten sich dagenen die Samariter: «Wir hatten zwei ruhige Tage. Ausser den obligatorischen Pflästerli und einigen Kreislaufproblemen von Leuten, die in der Hitze nicht genug getrunken hatten, gab es keine Zwischenfälle», fasste Postenchef Bruno Steiner zusammen.

Kufa: Umbauen und Feiern
Mit «viel mehr Einnahmen als angenommen» darf laut Organisator Fabian Gerber die Kulturfabrik (Kufa) Lyss rechnen: «Die fixen Ausgaben für den Anlass waren bereits nach dem Freitagabend gedeckt. Den Erlös wollen wir in den Umbau der Kufa und in deren fünftes Geburtstagsfest investieren.» Die Kufa beteiligte sich erstmals am Lyssbachmärit und bot in ihrem Zelt ein Kontrastprogramm für Jung und Alt zur Kulturförderung an.

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