Der Bund, 14.01.2004

«Mönschterli» und «schregi Vögu»

Stadt & Region

Traditionell und doch mit Neuerungen gespickt präsentiert sich die 23. Bärner Fasnacht vom 26. bis 28. Februar
Kein Monsterkonzert auf dem Bundesplatz, 40 Vögel über der Rathausgasse und ein ausserfasnachtlicher, kommerzieller Anlass - dies sind die Neuheiten der Bärner Fasnacht 2004.
Christoph Bussard

Noch 43 Tage, dann gehört die Stadt Bern den Narren. Dann ist wieder Bärner Fasnacht, ein Anlass, der allen Unkenrufen aus Basel und Luzern zum Trotz zu einer festen Grösse im nationalen Festkalender geworden ist. Vieles wird vom 26. bis zum 28. Februar gleich ablaufen wie eh und je. An der gestrigen Medienorientierung des Vereins Bärner Fasnacht (VBF) wurden aber auch einige Neuerungen präsentiert. Beispielsweise kann im Anschluss an den Fasnachtsumzug das Monsterkonzert aller Guggen auf dem Bundesplatz wegen der dortigen Bauarbeiten nicht stattfinden. So werden aus dem Monsterkonzert drei «Mönschterli», wie VBF-Mitglied Noëlle De Preux gestern erklärte; also drei gleichzeitig stattfindende, kleinere Konzerte auf dem Waisenhausplatz, vor dem Stadttheater und auf dem Rathausplatz. (...)

Zum zweiten Mal setzt sich der VBF zusammen mit «Talk About Events», einem Projekt des Blauen Kreuzes, für massvollen Alkoholkonsum während der Fasnacht ein. In letzter Zeit seien Probleme mit stark betrunkenen Jugendlichen aufgetreten. «Wir wollen nicht in ein schiefes Licht geraten», so Aebi.

Querschnitt wie in Basel
Eine Premiere ist das «Konfetti», der «erste ausserfasnachtliche Anlass überhaupt», wie Aebi gestern sagte. Am 12. März wird im Hotel National ein Querschnitt durch die Bärner Fasnacht geboten, Auftritte von Guggenmusiken, Theatergruppen und Präsentationen von Schnitzelbänken sind geplant. Eintrittsbillette sind ab sofort im Musikhaus Krompholz erhältlich. Nach Finanzproblemen im Jahr 2001 steht der VBF momentan gut da. Erstens weil er seit letztem Jahr keine Gebühren mehr an Bern Mobil für die Umwege und Umleitungen während der Fasnacht entrichten muss. Zweitens ist die Streitigkeit mit der Suisa, der Gesellschaft für die Rechte der Urheber, vorläufig beigelegt. Die Suisa wollte die Auftritte von Guggenmusiken und Fasnachtsumzügen gebührenpflichtig machen. Doch nun wurde beschlossen, dass für die Aufführungen im öffentlichen Raum nichts bezahlt werden muss. Dennoch wies der VBF gestern auf die Wichtigkeit des Verkaufs von Plaketten, der Fasnachtszytig und des Fasnachtsweins hin. Aebi sagte, die Plakette sei eigentlich der Eintritt zur Fasnacht. «Wer keine kauft, ist ein Schwarzfasnächtler.»

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