REVOLUTION*ONE 27. August 2003

"Who’s Bob tonight?" - Blaues Kreuz und Beach-Party

Die alkoholfreie "Blue Cocktail Bar" vom Blauen Kreuz Bern hat am Wochenende an der Beach-Party in Kiesen durch verschiedene Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. Die Aktionen zielten darauf ab, die Partygänger, namentlich die Autofahrer, für einen vernünftigen Umgang mit Alkohol zu sensibilisieren. Sowohl der Party-Veranstalter wie die Bar-Leute sprachen nach der Première von einem Erfolg.

"Habt ihr schon entschieden, wer von euch mit dem Auto heimfährt?" - Mit dieser Frage wurden die Partygänger am Eingang empfangen. Jeder Fahrer erhielt daraufhin einen Gutschein, den er nach Vorweisen seines Autoschlüssels an der Blue Cocktail Bar gegen ein rotes Bändeli eintauschen konnte - und damit den ganzen Abend an der Bar alkoholfreie Drinks zum halben Preis bekam. "Who's Bob tonight?" nennt sich diese Aktion, die aus England und Belgien kommt.

Aber nicht nur Autofahrer kamen an der Blue Cocktail Bar auf ihre Kosten. Wer wollte, konnte an der Bar seinen eigenen alkoholfreien Drink mixen, mit der sogenannten "TALK-Box" Videos versenden, seinen aktuellen Promille-Gehalt im Blut ausrechnen oder mit Ex-Miss Mascha Santschi sprechen.

Eine alkoholfreie Bar an einer Party?

"Skepsis - das war meine erste Reaktion", sagt Benedikt Bähler, der Veranstalter, der vom Blauen Kreuz angefragt wurde. Es war in seiner langjährigen Erfahrung das erste Mal, dass ein solches Projekt an einer Party integriert werden sollte. "Ich erhoffe mir aber davon, dass mehr über dieses Thema diskutiert wird - auf eine positive Art!"

Die "Blue Cocktail Bar" ist ein Arbeitszweig der Kinder- und Jugendfachstelle des Blauen Kreuzes, der vor allem von freiwilligen Helfern getragen wird. Ruedi Löffel, Projektleiter der Fachstelle für Suchtprävention des Blauen Kreuzes, war nicht sicher, wie die Reaktionen der Partygänger ausfallen würden.

Mehrheitlich positive Reaktionen

Entgegen der Erwartungen nahmen die allermeisten das Angebot der Drinks zum halben Preis erfreut an. "Das ist wirklich mal eine gute Sache!" sagte zum Beispiel ein 20-jähriger. Andere hatten sowieso vorgehabt, als Fahrer nichts zu trinken, und waren dankbar über die günstigen Drinks. Nur wenige wollten von der Blue Cocktail Bar nichts wissen und gaben an, sie seien "nur zum Saufen hergekommen".

Insgesamt war die ungewöhnliche Bar, nicht zuletzt dank ihrem optimalen Standort direkt beim Eingang, sehr gut besucht. Schon am frühen Samstag Morgen gingen einige Zutaten aus.

Bilanz in Zahlen: über siebenhundert Leute liessen sich als Fahrer registrieren, 900 Drinks wurden zum halben Preis verkauft.

Autor: Anicia Rütti

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